Mittwoch, 25. Februar 2009

Online Video Game: Super Finale



Finale, der erst kürzlich seine Single "Motor Music" veröffentliche, will am 07.04. sein Debüt-Album "A Pipe Dream And A Promise" auf den Markt bringen. Passend dazu gibt es nun ein mit Hilfe von Independent Media verwirklichtes Videospiel, welches man online spielen kann.

Das Spiel selbst ist eine Adaption des Klassikers "Super Mario Bros.", nur steuert ihr eben nicht etwa einen italienischen Klempner durch die farbenfrohe Landschaft, sondern, richtig geraten, Finale. Die Steuerung geschieht dabei ganz intuitiv über die Pfeiltasten der Tastatur. Und statt Prinzessin Peach kann man sich den Remix zu "One Man Show" herunterladen, in der 8-Bit-Version von niemand geringerem als Black Milk.

Den Song kann man sich auch über Stream anhören, für den Download sollte man sich aber die Zeit nehmen, das Level zu schaffen, was aber durchaus machbar sein sollte ;).

Stream: "One Man Show" prod. by Black Milk 8-bit Videogame Version

Video: Blaq Poet - Ain't Nuthin' Changed (w/ DJ Premier)



Wenn das mal kein Schmuckstück ist. Der Track alleine ist ja schon reine Medizin für die Ohren, nicht zuletzt dank DJ Premier, der hier ganze Arbeit geleistet hat und sogar Akon in den Song miteinbauen konnte. ;) Nun das Video dazu, welches den Track visuell unerstützt und auf den kommenden Release von Poet, "Tha Blaqprint", einstimmt.

Wade Waters (SoulStice & Haysoos) - Dark Water (Gold Edition)

Wer den Blog regelmäßig verfolgt, der wird sicher schon mitbekommen haben, dass hier bis dato nur gute Worte gefunden wurden für das Schaffen des Chicagoer Künstlers SoulStice. Das liegt nicht nur daran, dass der Autor selbst sehr viel von seiner Musik hält, sondern auch weil SoulStice es einfach versteht, Qualität auf den Markt zu bringen.

Eine dieser wunderbaren Veröffentlichungen kann man derzeit auf iTunes in der Gold Edition herunterladem. Dabei handelt es sich um das 2006 veröffentlichte "Dark Water"-Album der aus Haysoos und eben SoulStice bestehende Gruppe Wade Waters, welches nun mit 7 weiteren Stücken als digitale Veröffentlichung zu erstehen ist, wobei die neuen Songs auch separat erstanden werden können. Darunter 5 Remixe, worunter auch ein von Kev Brown neu inszeniertes Stück ist.

Das man es hier wieder mit wunderbarer Musik zutun hat, ist eigentlich gar nicht weiter erwähnenswert, sondern sollte klar sein. Wer also Interesse gefunden hat, der möge sich bitte auf den Weg zu iTunes machen, hier der Link:

iTunes: Wade Waters - Dark Water (Gold Edition)

Puppetmastaz - The Takeover



Die Puppen sind wieder los! Nach dem ersten Erfolg „Creature Funk“ und dem Nachfolgealbum „Creature Shock Radio“ also nun die Übernahme mit dem dritten Album „The Takeover“. Ein großes Ziel, auch wenn der bisherige Erfolg und die zahllosen Live Shows durchaus gute Voraussetzungen sind und die Berliner Puppetmastaz besonders in Frankreich eine sehr große Fangemeinschaft hinter sich stehen haben.

Mr. Maloke, Snuggles und die anderen Puppen sind also wieder da und es hat sich wenig verändert am Konzept. Auf teils sehr elektronisch gehaltenen und experimentierfreudigen Instrumentals wird munter auf Englisch gerappt, wobei das Ganze stets den Charme der Puppen versprüht und man sich bewusst ist, hier keinen „normalen“ Rapper im herkömmlichen Sinne zu hören.

Die 23 Stücke (darunter1 Intro und 5 Skits) bieten also im Grunde genau das, was man sich als Fan des Puppensounds so erhofft. Wer bislang dagegen wenig bis gar nichts mit dem eigenwilligen Stil der Berliner anfangen konnte oder mochte, der wird wohl auch an „The Takeover“ keinen Gefallen finden.

Dabei ist es durchaus erfrischend, sich hier und da mal von den Gedanken und Erfahrungen von Puppen berauschen zu lassen, als das x-te Straßenalbum eines ehemaligen Drogendealers in die Anlage zu stecken, um daraufhin mit dem teils immer gleichen Stories versorgt zu werden.

„The Takeover“ kommt zwar nicht an das grandiose „Creature Funk“ heran, schafft es aber dennoch die treuen Hörer zu befriedigen und das ist schließlich die Hauptsache. Kein Klassiker, aber für Fans ein Muss, alle anderen sollten sich zuerst mit „Creature Funk“ auseinandersetzen.

Herr Merkt präs. - Kennenlernrunde 5

Jeder, der im Netz unterwegs ist und etwas Interesse für (deutschen) Hip Hop übrig hat, wird schon einmal über den äußerst lesenswerten Blog „Herr Merkt spricht über Hip Hop“ gestoßen sein. Dort finden sich nicht nur allerhand Neuigkeiten und Interviews über alles Wichtige was so im Spiel passiert, sondern mit der „Kennenlernrunde“ auch ein von Herrn Merkt ins Leben gerufene Sampler-Serie, die stets gefüllt ist mit hörenswerten, exklusiven Beiträgen von eine Vielzahl mal mehr, mal weniger bekannter Rapper.

Vor kurzer Zeit kam bereits der fünfte Teil der Serie heraus, bis oben hin gefüllt mit exklusiven Beiträgen von Abroo, Vega, Blaze, Inzoe, Pimpulsiv, Vit-Armin B, Straight P, Black’n’Proud, Gabreal, Lou Cypher, Manolito Mengele und jede Menge weiterer Wortakrobaten. Das Ergebnis sind 34 Stücke (plus zwei Bonus Tracks), die auf zwei virtuellen CDs geteilt werden und somit Unterhaltung zu genüge bietet.

Wer jetzt unter „exklusiv“ an billige Ausschussware vermutet, für die die jeweiligen Künstler keinerlei Verwendung mehr hatten, der wird schnell eines Besseren belehrt, denn hier steckt durchaus Qualität in den Tracks. So z. B. das von Vega berappte „Monsin“, welches den direkten Weg auf den iPod sucht oder Blaze, der mit „Schatten oder Licht“ einen von Lex Barkey „Echte Musik“ abliefert.

Doch auch die weniger bekannten Namen geben eine gute Figur ab, Herr von Grau mit „Morgen“, Main Moes „Geisterstadt“, „Momente der Nacht“ von Buddy Becks, Sharif & Yussuf - um nur mal drei Stücke zu nennen, die überzeugen können und es finden sich noch jede Menge weitere hörenswerte Stücke, welche ich hier freilich nicht alle nennen brauche.

Eine große Ansammlung an soliden bis sehr guten Tracks, die ihren Sinn und Zweck erfüllen und dem Hörer den ein oder anderen ambitionierten Jung-Rapper vorstellen, den man in Zukunft vielleicht auf der Rechnung haben sollte. Und das Ganze für lau, verlieren kann man also absolut gar nichts mit diesem Sampler, nur gewinnen. Daher meine Empfehlung: runterladen, anhören und sich selbst eine Meinung bilden.

Dienstag, 24. Februar 2009

Sebi von Deichkind - gestorben mit 32 Jahren

Schock für Musik-Deutschland! Die mittlerweile überaus erfolgreiche Gruppe Deichkind, die auch schon die Charts unsicher machen konnte und mit ihrem Mix aus Rap und Elektro für große Begeisterung sorgen konnte, hat einen schweren Schlag zu verkraften:

Wie auf laut.de bekannt wurde, ist beim Berliner Sender Fritz ein offizielles Schreiben der Band eingegangen, in dem es heißt, dass das Mitglied Sebi jüngst völlig überraschend im Alter von nur 32 Jahren verstorben ist. Über die Todesursache gibt es noch keine Angaben, jedoch hinterlässt Sebastian "Sebi" Hackert Frau und einen Sohn.

Auf der offiziellen Deichkind-Homepage finden sich derweil noch keine Angaben zur schockierenden Mitteilung.

Edit: Es heißt nun, er sei an einem Herzinfarkt verstorben.

Quelle: www.laut.de

Montag, 23. Februar 2009

Sektenmuzik - Der Sampler III



Ring frei für Runde drei! Dieses Mal im Fokus der Aufmerksamkeit: die Jungs von Grüne Medizin (Freddy Cool, Koeppen, Viruz, Schmökill) und Fuhrman, welcher schon auf sidos Durchbruch „Mein Block“ zu Wort kam. Wer jetzt schon abwinkt und denkt, hier würde ihn stupides Gestotter erwarten, der wird eines Besseren belehrt. Schon der letzte Sampler stellte mit Greckoe und Alpa Gun zwei Charaktere ins Rampenlicht, die weit mehr zu bieten hatten, als die durchwachsenen Audio-Orgien längst vergangener Tage.

Und in der Tat, es hat ganz den Anschein, als habe man sich an den beiden Vorzeige-Rappern ein Beispiel genommen und fleißig an Technik und Reimschemata gearbeitet, denn was die GMZ’ler und Fuhrman hier abliefern, ist gar nicht mal so übel. Gerade im direkten Vergleich wirken die neuen Sachen weitaus versierter, als man es im Vorfeld hätte erwarten können. Somit hätte man schon mal eine dicke Überraschung, welche der dritte Sampler für den Hörer bereithält.

Muss sich jetzt der treue Sektenmuzik-Fan von seinen liebgewonnen Chaoten verabschieden und sich zukünftig mit „Otto Normal“-Rappern zufrieden geben? Glücklicherweise nein, denn auch wenn nun mehr wert auf den technischen Aspekt gelegt wurde, gibt es hier nach wie vor kompromisslos verbal ins Gesicht ohne Rücksicht auf Verluste. Nur alles eben eine Ecke besser als früher, was man auch als Fan der alten Sachen durchaus begrüßen darf.

Für die Soundteppiche konnte man neben großen Namen wie DJ Desue, Djorkaeff, Loggarizm oder Joe Rilla auch eine Vielzahl weniger bekannte Beatbastler gewinnen, die ihre Arbeit jedoch durchweg sehr sauber machten. Das Ergebnis sind 17 Synthie-Beats, die manchem vielleicht nicht innovativ genug rüberkommen, jedoch ohne Ende stampfen und somit wohl die beste Unterlage bieten für die abgedrehten Texte der Jungs.

Eine kleine Überraschung sind auch die Themen-Songs, die der dritte Teil der Sampler-Reihe für die Hörer bereithält. „Ich Rauch Einen Mit Chewi“ bedient sich dem Star Wars-Universum und sorgt mit dem ausgefallenen Text für reichlich Lacher. Selbiges tut „Die Truhe“ , die als Ruhestätte für die Seelen aller im Bett versorgten Frauen dient -etwas dreckig, etwas versaut, aber ohne Zweifel auch sehr unterhaltsam und witzig.

Fazit: Ein wirklich unterhaltsames Album, das wesentlich weniger sperrig daherkommt als die älteren Veröffentlichungen. Wer jedoch noch nie etwas mit Musik dieser Art anfangen konnte, der wird wohl auch vom dritten Sampler nicht viel halten. Alle anderen, die die hier dargebotenen Inhalte nicht allzu ernst nehmen, können über die abgedrehten Texte lachen und werden mit dem Sampler gut bedient und unterhalten.

Neue Umfrage gestartet: Wie gefällt euch Resurrection of Rap?

Wieder einmal gibt es eine neue Umfrage für die Besucher von Resurrection of Rap. Dieses Mal allerdings eine große Umfrage, es geht um nicht weniger als die Qualität des Blogs selbst.

Wie gut/schlecht findet ihr den Blog? Eine einfache Frage, deren Antworten jedoch vielsagend sind. Mir ist klar, dass es einige Spaßvögel geben wird, die aus Jux einfach mal eine schlechte Note voten, aus diesem Grunde ist es möglich, bis zum 1. April abzustimmen. Auf diese Weise kommen hoffentlich viele Stimmen zusammen, so dass die Spaß-Voter-Stimmen nicht mehr so schwer wiegen und ein verwertbares Resultat vorliegt.

Gebt mir also daher bitte eure ehrliche Meinung preis und lasst mich wissen, was ihr von Resurrection of Rap haltet. Und wer mir eine genaue Darstellung seiner Meinung abgeben möchte, kann dies via Kommentar tun, oder mich direkt per eMail anschreiben.

Das Problem (vieler) Rap-Hörer

Als aktives Mitglied einer großen deutschen Internet-Community bin ich natürlich stets einigermaßen informiert über das Treiben im Forum selbiger Seite - ohnehin finden sich in den meisten Foren doch die selben Gesprächsthemen und Postings, sind wir doch mal ehrlich. Und auch im dortigen Forum gibt es ein Unterforum für Musik, welches sich noch einmal untergliedert in die diversen Musikrichtungen. Soweit erst einmal die Sachlage, weiter geht es mit meiner persönlichen Geschichte:

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich mir nicht die Themen im Unterforum meiner Musikrichtung (Rap) ansehe, in der Hoffnung ein wirklich ansprechendes Thema zu finden, zu welchem ich meine Meinung beitragen möchte. Und jeden Tag gebe ich, nachdem ich alle Threads durchgegangen bin, entnervt auf. Wieso? Weil es bis auf eine Handvoll Ausnahmen nur Künstler-Threads gibt, die nur selten mehr hergeben als ein "Den Typen finde ich toll/nicht so toll". Solche Themen motivieren mich einfach nicht zum Schreiben und natürlich ist es nicht einfach, sich etwas auszudenken, was über diese Künstler-Sachen hinausgehen, keine Frage. Aber möchte man dann die Menge darauf aufmerksam machen, schließlich finden tausende Köpfe zusammen mehr ansprechende Themen als einer alleine, wird das Vorhaben abgelehnt.

Stattdessen findet sich am kommenden Tag ein neuer Thread über Rapper XY, welcher nach kurzer Zeit zum Sterben (virtuell betrachtet) verdammt ist und den die Foren-Welt so wohl auch nicht zwingend gebraucht hätte. Aber gut, die mangelnde Themenvielfalt soll nicht das Thema sein. Was mir dagegen auffiel, als ich die anderen Unterforen für Rock, Pop und Elektro betrachtete, dort gibt es einen Thread über "Quality"-Musik. Nur im Rap-Unterform findet sich dieser, nur dort bedarf es scheinbar einem eigenen Thread für wirklich gute Musik. Mich deprimiert dies ganz besonders, denn dies zeigt, wie wenig eine Vielzahl von Hörern wirklich von "ihrer" Musik, Rap, hält. Es gibt wohl keine andere Musikrichtung, in der derart penetrant die gute alte Zeit betrauert wird. So sehr, dass ganz außer vergessen wird, den Blick auf die Gegenwart zu lenken.

Was heute passiert ist nämlich alles andere als schlecht, das junge Jahr 2009 zeigt dies in aller Deutlichkeit durch klasse Veröffentlichungen von beispielsweise Shiml, Fiva oder "The Standard", das kommende Album von JR & PH7. Ich habe seit Beginn meiner Tätigkeit als Schreiberling etwa 40 bis 50 CDs gehört und darüber Artikel geschrieben, welche sich hier auf dem Blog tummeln (ode rin Kürze tummeln werden), das Alter dieser CDs war dabei so unterschiedlich, wie die Herkunft der Künstler, oder die Musik der Künstler selbst. Doch ich habe kaum ein Album wirklich schlecht aussehen lassen. Nicht etwa, weil ich darauf bedacht bin, auf die Künstler/Labels einen guten Eindruck zu machen, nein, sondern weil sich die Musik wirklich hören lassen konnte. Sicher, manche CD war besser als die andere, nicht jede lässt sich in den Himmel loben, aber so schlecht, dass man extra einen Thread für die anderen sehr guten Alben bräuchte, waren diese keinesfalls.

Wieso also wendet man sich also nicht mehr dem aktuellen Treiben zu und gibt den neuen Veröffentlichungen keine Chance, weil man diese bereits im Vorfeld mit dem Gedanken "Neue Musik ist meistens sowieso Mist" angeht? Man ist blind vor lauter Tränen in den Augen, weil man Zeiten hinterher trauert, welche nicht mehr nachkommen werden. Bringt dies was? Nein. Hat es Folgen? Ja. Tut man sich und der Musik damit einen Gefallen? Nochmals ja.

Neue Musik wird zumeist entweder gar nicht beachtet, oder nur sehr vereinzelt. Nicht nur die illegalen Downloads tragen zu den sinkenden Abverkäufen der CDs bei, auch die Anhänger unserer Musikrichtung, welche neue Musik schlichtweg verschlagen bzw. nicht wahrnehmen können vor lauter, oben erwähnter, Blindheit. Die Folge ist, dass ein wirklich gutes Album, wie es wohl die "2.0 Action Rap" von Laas Unltd. ist, einige Male mehr illegal heruntergeladen, als im Laden erstanden wird. Hier sind sicher die Downloads auch ein Problem, aber Fakt ist, diese Statistik könnte weitaus besser aussehen, wenn sich die vielen Hörer durch einen Kauf des Albums beteiligen würden, welche in der Statistik gar nicht erfasst werden, weil sie es weder downloaden, noch kaufen, weil sie so damit beschäftigt sind, der goldene Ära des Hip Hop durch Threads wie "Quality Rap" zu huldigen.

Dieser Blog lässt sich als Gegenentwurf zu dieser Entwicklung sehen. Der Name ist eine Anlehnung an Nas' vielbesprochenen Albumtitel, widerlegt die Behauptung, lässt die älteren, vielleicht längst vergessenen, Alben wieder auferstehen, nimmt sich aber auch neuen Veröffentlichungen an. Somit wird den Wegbereitern gehuldigt, im gleichen Zuge jedoch auch der neuen Musik Beachtung geschenkt und so sollte es meiner Meinung nach aussehen in Rap-Deutschland anno 2009. Dieser Blog schickt sich an, diese Entwicklung im Lande zu beschleunigen und jeder Besucher hilft dabei mit.

Aufgehört wird erst dann, wenn es keine ordentlichen Rap-Hörer mehr und somit auch keine Besucher mehr gibt oder Rap als Musikform tatsächlich einmal aufhören sollte neue Musiik zu veröffentlichen. Wobei, selbst dann gibt es noch zig längst veröffentliche Alben, über die man schreiben könnte. Und wenn dieser Punkt erreicht sein sollte, dann kann man sich ausschließlich auf die goldene Ära fokussieren. Vorher verlieren wir die aktuelle Qualität bitte nicht aus den Augen.

Oder geht es nur mir so und ich bin einfach der anspruchslose Typ, der alles gut findet und/oder alle anderen sind die über-anspruchsvollen Gourmets, denen kaum etwas gut genug sein kann. Dann geht es natürlich nur mir so.

Umfrage: Ergebnis zu Tracklist - Ja oder nein?

Ja

7 (87%)

Nein

1 (12%)



Stimmen bisher: 8
Umfrage beendet

Die Umfrage ist beendet und das Ergebnis viel recht deutlich aus. Aus diesem Grunde werden alle Reviews, die ich ab jetzt schreibe, nach Möglichkeit eine Tracklist beinhalten. Den Anfang macht dabei B-Reals Solo-Wurf. Bitte beachtet aber, dass Reviews, welche ich bereits vor einiger Zeit geschrieben habe, noch ohne Tracklist auskommen müssen. Diesen füge ich eventuell (oder auf speziellen Wunsch) eine Trackliste hinzu, wenn ich einmal die Zeit dazu habe.

Ich bedanke mich bei allen, die sich bei der Umfrage beteiligt haben.

Sonntag, 22. Februar 2009

Die RAPublik - ein Überblick über Rap-Deutschland

Teil 3: Berlin

Und weiter geht die Reise, wir verlassen den Ruhrpott und wenden uns jetzt einmal der Hauptstadt zu. Wie in der Stadt selbst, gibt es auch innerhalb der Rap-Szene eine Menge zu sehen bzw. zu hören. Sich dabei auf ein bestimmtes Motto festzulegen, etwa Gangstarap, wäre dabei sicherlich unangebracht, bietet die dortige Szene doch weitaus mehr als das. RAPublik, die Dritte:

Berlin, größte Stadt Deutschlands, Hauptstadt und doch lag es zu Beginn der Deutschrap-Historie zumeist an anderen Städten, die ersten bedeutenden Gehversuche zu wagen und Rap einer breiteren Masse zugänglich zu machen – mitunter bedingt natürlich durch die damals noch existierende Spaltung zwischen Ost und West. Doch nach dem Mauerfall gab es dann auch dort kein Halten mehr und die Szene entwickelte sich langsam aber sich zu dem, was sie heute ist, eine der bedeutendsten Rap-Hochburgen Deutschlands.

Ein Gauner macht den Anfang


Denkt man heute an Rap aus Berlin, so fallen einem auf Anhieb genügend Namen ein, um einen ganzen Sampler damit zu füllen. Kool Savas, Bushido, Fler, Sido und K.I.Z. um nur ein paar zu nennen. Mit der allerersten auf Deutsch gerappten Maxi aus Berlin haben all diese Namen jedoch reichlich wenig zutun, denn die, so munkelt man, stammte von Gauner, einem bis heute wenig bekannten, aber dennoch immer noch aktivem Rapper und Poeten, der inzwischen auch Poetry Slam für sich entdeckt hat.

So erschien „Millionen Rapper“ im Jahre 1998 und konnte mit seinem hypnotischen Beat auf Anhieb überzeugen und so stellte Gauner schon damals fest: „Es gibt eine Millionen Rapper, doch nur wenige MC’s“. Die Tatsache, dass jemand wie Gauner, ein Rapper mit Herz, Kopf und Verstand, den Anfang in Berlin gemacht haben soll, ist besonders deshalb interessant, da Berliner Rap heute von vielen, ganz besonders den Medien, fast ausschließlich mit übertriebenem Gangstarap assoziiert wird. Gauner selbst sieht sich jedenfalls nicht als Gangster und stellte 2007, gut ein Jahrzehnt und etliche musikalische Beiträge später, mit seinem bis dato letzten Album klar, er sei nichts weiter als „In Wirklichkeit Träumer“.

Berliner Rap in den Medien


Die Medien hatten an derart harmlosen Angelegenheiten nur wenig Interesse und stürzten sich lieber auf die Vielzahl an wegen jugendgefährdender Inhalte indizierten Alben und auf die oftmals aus Berlin stammenden Künstler. Und auch die Politik hatte endlich wieder eine Erklärung parat für die in ihren Augen verkommene Jugend. In Folge dessen gab es eine wahre Flut Diskussionen, Artikeln und TV-Beiträgen, die allesamt eines gemeinsam hatten: mangelhafte Berichterstattung. Statt sich wirklich die Mühe zu machen, einen genaueren Blick in das (Berliner) Rapgeschehen zu werfen und damit auch auf andere Seiten der Musik und der Akteure selbst zu stoßen (z. B. von Rappern veranstaltete Workshops für Jugendliche), begnügte man sich meist damit, die komplette Szene gewaltbereit und verkommen darzustellen.

Ein Ende war lange Zeit nicht in Sicht und als die Sache dann allmählich zur Ruhe kam, erschütterten erneute Vorfälle die HipHop-Kultur. Gewalttätige Übergriffe auf Künstler, wie die versuchte Messerattacke auf Fler, oder das Attentat mit einer Schusswaffe auf Massiv, ließen wieder Stimmen laut werden, die sich kritisch gegenüber HipHop an sich und Rap im Allgemeinen äußerten.

Dreirad statt verchromte Protzkarre

Konnte man die Zeit zwischen 2003 und 2007 durchaus als Hochphase von gewaltgeprägten Texten bezeichnen, scheint es so, als habe sowohl der Hörer, als auch der Künstler selbst genug von übertriebenem Gangster-Getue. Bezeichnend dafür sind unzählige Interviews mit ehemaligen Vorreitern dieser Gangsterrap-Formation, die nun von sich aus sagen, sie wollen versuchen mit ihrer Musik in Zukunft mehr Positives zu behandeln und den Spaß an der Sache, dem Musik machen, künftig in den Vordergrund stellen.

So finden sich heute unter den Veröffentlichungen Alben wie „Musik ist unser Leben, darum werden wir Erzieher“ des Ostberliner Duos Hammer & Zirkel, dass bereits mit dem Cover, auf dem die beiden schwergewichtigen Erzieher auf einem Dreirad zu sehen sind, klarstellt, dass es hier nicht darum geht, einen auf ernst zu machen, sondern in allererster Linie möchte man wieder mal Spaß haben. Und den kann man mit Berliner Rap dieser Tage durchaus haben.

LoDeck & Omega One - Postcards From The Third Rock




Quizfrage: Was kommt dabei heraus, wenn ein ursprünglich aus Weißrussland stammender Rapper in die Vereinigten Staaten kommt und sich mit einem New Yorker Produzenten zusammen tut? Die simple Antwort: ein Album mit Konzept, Abwechslung und nicht zuletzt jeder Menge klassischer Rap-Tracks New Yorker Bauart.

Dabei handelt es sich bei diesen beiden Herren längst nicht um gänzlich unbekannte Namen. Die Stimme des Duos, der Wahl-New Yorker LoDeck, konnte so etwa bereits mit zwei Alben den lokalen Rap-Markt bereichern und sich einen Namen machen. Ähnlich hält es Omega One, der seine angenehm entspannten Beats bereits auf Alben von Method Man, MF Doom, oder etwa Aesop Rock platzieren konnte.


An Erfahrung mangelt es den beiden Jungs also schon mal nicht. Doch was hat dieses Album, was es von der Menge an Veröffentlichungen abhebt? Ganz einfach, es hat ein klares Konzept, auf dem die einzelnen Songs aufgebaut sind und stellt so einen roten Faden her, der sich durch das komplette Album zieht: LoDeck schlüpft mit jedem Track in die Rolle eines anderen Erdbewohners und erzählt aus deren Sicht ansprechende und interessante Geschichten.

Die Palette reicht vom Obdachlosen, über Soldat und Journalist bis zum Graffiti-Künstler und was viele dieser Rollen gemein haben ist eine ordentliche Portion Kritik an der Gesellschaft. Musikalisch läuft dabei alles auf entspannten und teils sehr experimentierfreudigen Beats von Omega One ab, die keine Langeweile aufkommen lassen und LoDeck genug Raum gibt, seine textlichen Qualitäten voll zu entfalten.

Zusätzlich zum eigentlichen Album findet sich dann beim Kauf auch noch eine weitere CD ein, die die jeweiligen Instrumentals beinhaltet, welche auch ohne LoDecks Beiträge eine gute Figur machen. Alles in allem also eine ordentliche Portion Rap-Musik, die zeigt, dass der Big Apple eben immer noch einer der besten Nährböden für qualitativ ansprechende Reime und Beats ist.

Samstag, 21. Februar 2009

B-Real - Smoke N Mirrors



Trackliste (da ein Ergebnis der Umfrage vorzeitig absehbar scheint):

01. Smoke N Mirrors (ft. Bo Roc)
02. Gangsta Music (ft. Bo Roc)
03. Don't Ya Dare Laugh (ft. Xzibit & Young De)
04. Everything U Want (ft. Buckshot)
05. 6 Minutes (ft. Young De & Tekneek)
06. Psycho Realm Revolution (ft. Sick Jacken)
07. Fire (ft. Damian Marley)
08. 10 Steps Behind (ft. Young De & Tekneek)
09. Get That Dough (ft. Babydoll Refresh)
10. Dr. Hyphenstein (ft. Snoop Dogg, Young De & Trace Midas)
11. Stack'n Paper
12. 1 Life (ft. Sen Dog & Mal Verde)
13. Dude vs. Homie
14. When They Hate You (ft. Babydoll Refresh)
15. When We're F*****g (ft. Too Short, Kurupt & Young De)

Am 27.02. wird B-Real, der Frontmann der wohl bekanntesten latein-amerikanischen Rap-Gruppe, Cypress Hill, sein lang erwartetes erstes Solo-Album über Duck Down. Die Erwartungen sind natürlich hoch, bedenkt man, dass er mit Cypress Hill Millionen von CDs verkaufen konnte, doch man muss trotz allem nüchtern bleiben und sich vor Augen führen: „Smoke N Mirrors“ ist B-Reals Album, möchte somit kein Cypress Hill-Album sein und ist es auch nicht. Was bietet der erste Solo-Wurf von Louis Freese, so sein bürgerlicher Name, also für den werten Hörer?

Zu erst einmal die 15 Lieder, die sich auf das Album geschlichen haben und die Bühne geben für B-Reals Solo-Show, wobei man ihn selten tatsächlich solo auf den Tracks vorfinden wird. So gibt es amtliche Features von Xzibit, Buckshot, Sick Jacken, Damian Marley, Snoop Dogg, Too Short, Kurupt, seinem Cypress-Kollegen Sen Dog und einigen weiteren mehr. Mehr als genug Unterstützung also, um das Album mit allerlei Abwechslung zu füllen.

Und in der Tat, die Songs präsentieren sich durchaus abwechslungsreich und können neben B-Reals charakteristischer Stimme vor allem durch die teils sehr gut ausproduzierten Beats überzeugen. Schon das von Scoop Deville in Szene gesetzte „Smoke N Mirrors“, welches Bo Roc als Gast beinhaltet, kann auf Anhieb beim Hörer punkten und wird im Gedächtnis festgehalten.

Es folgen Produktionen von Rapper und Produzenten Soopafly, welcher sich hier allerdings aufs Beats bauen beschränkt, Sick Jacken und Alchemist. Wobei letzt genannter ein klein wenig enttäuscht und mit „6 Minutes“ allenfalls durchschnittliche Qualität abliefert. Dazu kommen zwei von B-Real selbst auf die Beine gestellten Beats (u. a. das bereits bekannte Brett „Fire“ mit Damian Marley), sowie weniger bekannte Namen wie Salam Wreck oder Fifth.

Klingt bis jetzt alles super und dennoch würde man „Smoke N Mirrors“ allenfalls als gehobenen Durchschnitt bezeichnen. Das liegt vor allem daran, dass zu wenig Außergewöhnliches geboten wird, zu viele Songs verlieren sich in den Welten der nicht weiter erwähnenswerten Songs und verlassen den Gehörgang mindestens genau so schnell wieder, wie sie ihn erreichten.

Richtig herausstechen können nur die wenigsten Lieder, neben dem erwähnten „Fire“ und dem Titeltrack etwa das von Soopafly produzierte „Everything U Want“ mit Buckshot, das einen ansprechenden Beat mit sehr guten Vorträgen der beiden Akteure paart. Oder „1 Life“, auf welchem Sen Dog und Mal Verde als Gäste auftauchen und B-Real sein Spanisch zum Besten gibt – auf einem von ihm selbst inszenierten Instrumental, welches sich hier sehr gut macht.

Fassen wir also zusammen: „Smoke N Mirrors“ beinhaltet viele gute Lieder, aber nur wenig herausragende Stücke und wirkt durch die vielen Gastbeiträge auch ein wenig überladen – 2 Songs ohne Gäste kommen auf 13 mit Unterstützung, hier herrscht ein klares Ungleichgewicht. Dennoch kann man dem Album etwas abgewinnen und gerade Freunde von B-Reals charismatisch vorgetragenen Geschichten können hier ein wenig Freude mit haben. Ein absolutes Highlight wurde es aber nicht. Gehobenes Mittelmaß eben. Aber das hatten wir ja schon.

SoulStice - Dead Letter Perfect



Der aus Chicago stammende MC und Labelgründer von Wandering Soul Records fand hier schön des Öfteren lobende Erwähnung. Nun präsentiere ich euch mit „Dead Letter Perfect“ sein bis dato letztes Meisterstück, welches 2007 in die Läden gelangte und sofort als heißer Anwärter auf den Award „Bestes Rap-Album 2007“ gehandelt wurde. Und auch heute, 2009, haben die 15 Tracks nichts von ihrem Charme verloren, die vom Soul geschwängerten Beats gehen nach wie vor gut ins Ohr und bereiten größtes Vergnügen.

„Southside Ride“ gibt den Startschuss frei und reißt den Hörer auf Anhieb mit durch einen wunderbaren von Oddisee in Szene gesetzten Beat, der das wohlklingende Geräusch einer Nadel auf Vinyl zurückbringt und mit klassischen Drums zum Kopfnicken anregt. „Be Perfect“ ist ein Song, der sich tatsächlich dem Motto annahm und sich als nahezu perfekt präsentiert. Mit Beatnick & K-Salaam waren hier aber ohnehin zwei Namen für den Beatteppich verantwortlich, die für Qualität stehen.

„Book Of Days“ ist dann der heimliche Hit des Albums. Hier bringt SoulStice persönliche Lines auf einem wunderschön stimmigen Beat, der wieder einmal von Oddisee zusammengeschustert wurde und mit Scratches von DJ Denox veredelt wird. Ganz großes Kino und ein sicherer Kandidat für die eigene Playlist. Auch Australiens Beatbastler Nummer Eins, M-Phazes, konnte auf „Dead Letter Perfect“ zwei seiner Beats platzieren, „Not Perfect“, ein klassisches gehaltener Boom Bap-Track , der die Nackenmuskeln trainiert und das richtig schöne „Still Love“.

Was einem im Laufe der 15 Stücke deutlich auffällt, SoulStice ist ein geborener Solokünstler. Mit seiner einprägsamen Stimme, die auffällt ohne dabei zu nerven und seinem Charisma, welches er in seine Lieder transportiert, kann er ohne Probleme durch das Album führend. Lediglich drei Features finden sich auf dem Album. Haysoos auf „World’s On Fire“, Produzent Oddisee gibt ein paar Vocals auf „Get It Right“ zum Besten und zum Ende des Albums findet sich noch Wordsworth ein, der für „No Chance“ ein paar Reime auspackt.

Somit kann „Dead Letter Perfect“ auf ganzer Linie überzeugen und treibt besonders Freunden von soulhaltigem Rap Tränen in die Augen, Tränen der Freude versteht sich. Und SoulStice platziert sich als mutmaßlicher Perfektionist ganz weit oben auf der Liste der bemerkenswertesten Künstler des Rap. Sollte man sich kaufen, das gute Stück.

Freitag, 20. Februar 2009

Verschobene Alben und ihre Folgen: Beispiel Maino

Die Nachricht, dass das angekündigte Album des New Yorker Rappers Maino verschoben wurde, ist erst einige Tage alt und wird wahrscheinlich nicht einmal groß für Aufsehen gesorgt haben. Zum Einen, da Maino wohl noch nicht den Bekanntheitsgrad aufweisen kann, den es bedarf, um mit einer Verschiebung Massen von Menschen zu enttäuschen, zum anderen aber sicherlich auch, weil es mittlerweile keine Seltenheit mehr ist, dass Alben verschoben werden.

Mir gab die Nachricht von Mainos Fall aber trotzdem zu denken. Maino konnte sich mit "Hi Hater" und das Lil Kim als Feature auffahrende "Stomp" endlich einen Namen machen, hatte zwei amtliche Hits am Start und nun sollte das Album folgen - tut es aber nicht. Schade für uns als Hörer, aber vor allem auch schade für den Künstler selbst. Denn ob ihm ein weiterer Streich im Sinne eines "Hi Hater" gelingen wird, dass nicht nur die Heads anspricht, sondern auch die große Masse, bleibt fraglich und damit darf man auch daran zweifeln, ob es jemals wieder einen ähnlich geeigneteren Zeitpunkt für ein Maino-Album geben wird. Wahrscheinlich nicht und das könnte unter Umständen dazu führen, dass Maino wieder im Ozean der wenig beachteten New Yorker Rapper landet.

Da es sich bei Mainos Album nicht um einen Einzelfall handelt, darf man mittlerweile zurecht die Frage stellen, weshalb manchen Alben überhaupt noch ein Datum zugeordnet wird. Ich erinnere mich, dass kurz nach 50 Cents letztem Album bereits der genaue Termin für "Before I Self Destruct" feststand und ich schon zu diesem Zeitpunkt wusste: niemals wird es an diesem Datum erscheinen. Und so kam es auch.

Ist man ehrlich, dann muss man sich eingestehen, dass es am Besten ist, man beachtet die geplanten Termine zur Veröffentlichung eines Albums gar nicht mehr - so hält man seine Vorfreude auf einem konstant gleichen Niveau und läuft nicht Gefahr durch eine Verschiebung in die Depression zu verfallen. Dies droht besonders dann, wenn es zum gefürchteten "auf unbestimmte Zeit verschoben" kommt - der Supergau für jeden sehnsüchtig auf Veröffentlichung wartenden Fan.

Oder man ändert seine Verhaltensweise: statt stets nach vorne zu blicken, was da noch so alles kommt, einfach mal den Blick auf die Gegenwart richten. Warum auch nicht, so viele gute Alben sind bereits vor Jahren erschienen und haben auch heute noch nichts von ihrem Reiz verloren (dieser Blog ist der virtuelle Beweis dafür). Und mit diesen schafft man es dann locker bis zum nächsten "TBA"-Termin.

Mad Maks & Beatzarre sind "Rapucation"

Heute las ich auf Spiegel Online einen interessanten Artikel über das Projekt "Rapucation", welches von Rapper Mad Maks und Produzent Beatzarre auf die Beine gestellt wurde. Mad Maks dürfte bereits einigen bekannt sein, erscheint er doch auf dem Label Springstoff, welches auch BierPimp und Sookee eine Heimat bietet.

"Rapucation" also, die Verschmelzung von Rap und Education, genau das ist es, was die beiden Jungs miteinander verbinden, indem sie an Schulen Lernstoff in Raptexte verpacken und damit nicht nur den Unterricht der Jugendlichen ordentlich aufpeppen, sondern gleichzeitig eine wirksame Alternative zum sonst üblichen büffeln mit Arbeitsblättern bieten. Mehr dazu erfahrt ihr im erwähnten Spiegel Online-Artikel, welchen ihr HIER findet.

Ich war regelrecht begeistert, als ich das lesen durfte. Rap als Lernmittel ist zwar nicht ganz neu, erst vor kurzem gab es einen Artikel über einen rappenden Uni-Professor, jedoch ist das, meines Wissens nach, erste Mal, dass "echte" Künstler dieses Konzept verwirklichen. Und es macht einen hörbaren Unterschied, ob ein Amateur ein paar Kinderreime bildet, oder ein versierter Künstler die Reime beisteuert. Und dann auch noch nicht accapella, sondern mit schicken Beats, welche ebenfalls von einem Produzenten stammen, der sein Handwerk versteht.

Hier nutzt man das Potenzial, welches Rap aufzuweisen hat, endlich mal aus und zeigt, dass Rap mehr Facetten zu bieten hat, als es die Medien gerne einmal verlauten lassen. Dafür sollte man den beiden wahrlich dankbar sein. Großes Kompliment von mir an dieser Stelle.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Ashley Walters - Ashley Walters



Es ist einige Zeit vergangen seit “In Memory Of The Street Fighter”, doch Ashley Walters (besser bekannt als Asher D) war während dieser Zeit alles andere als untätig. So fokussierte er sich vor allem auf den Ausbau seiner Karriere als Schauspieler und konnte unter anderem bei 50 Cents „Get Rich Or Die Tryin‘“ als Akteur mitwirken, was durchaus als beachtlicher Erfolg zu werten ist. Nun also mit dem schlicht nach sich betitelten Album eine musikalische Rückkehr dorthin, wo seine Karriere einst begann - nämlich nicht beim Schauspiel, sondern im Studio.

Das Album startet dabei, wie „In Memory…“ auch, sehr stark und fährt direkt nach dem Opener „This Is…“ die erste Granate auf, das bereits als 1. Single veröffentlichte „M.O. Part II“, auf welchem Durrty Goodz und Sway jeweils ein Feature zum Besten geben. Hier wird mit bombastischem Einsatz von Streichern ein wahres Brett geschaffen, das voll und ganz überzeugt. Es folgen etwas ruhigere Stücke, unter anderem die zweite Single „With You“ mit Ex-Sugarbabe Mutya Buena, bevor es mit „Whoa!“ erneut in die Vollen geht.

Auf den weiteren Tracks präsentiert sich Ashley Walters dabei stets sehr abwechslungsreich. Mal präsentiert sich seine ruhige, nachdenkliche Seite, wie etwa bei „Stress Filled Days“ oder „A Different World“. Ein anderes Mal bedient er sich des Grime und liefert einen weiteren direkt nach vorne gehenden Track, der einschlägt wie Mike Tyson zu seinen besten Zeiten („My Forum“).

Doch hat man am Ende wirklich etwas Brauchbares in der Hand? Oh ja, das hat man. Denn obwohl hier durchaus unterschiedliche Stile auf Albumlänge zusammengeführt werden, präsentieren sich die 13 Tracks als großes Ganzes, das von Ashley Walters nach wie vor charakteristischer Stimme zusammengehalten wird.

Big L - The Big Picture



10 Jahre – so lange ist es mittlerweile her, dass Big L die Welt der Lebenden hinter sich gelassen hat, wenn auch unfreiwillig, um es seinen berühmten Kollegen Tupac und Biggie gleich zu tun. Und wenngleich Big L längst nicht den Bekanntheitsgrad eines Biggie Smalls oder gar eines Tupac Shakurs aufbauen konnte, waren seinen Fähigkeiten als Rapper doch unbestritten und ließen ihn damit nicht umsonst zu einer Legende in seiner Heimat, Harlem/New York, werden.

Aus Big L hätte ein Superstar werden können, technisch versiert, ausgestattet mit einer Stimme, die Wiedererkennungswert aufweisen konnte und umgeben von den richtigen Leuten. Mit Cam’Ron, Mase und Bloodshed bildete er die Children of the Corn und konnte so Lord Finesse auf sich aufmerksam machen, welcher der bekannten New Yorker Gruppierung D.I.T.C angehörte, zu welcher später auch Big L gehören sollte.

1995 das erste Album „Lifestylez Ov Da Poor & Dangerous“, welches zwar kommerziell hinter den Erwartungen blieb, aber heute Klassikerstatus genießt. Und nachdem alles den Anschein hatte, als würde Big L niemals mehr ein Album auf den Markt bringen, erschien 2000, ein Jahr nach seinem gewaltsamen Tod, „The Big Picture“.

Darauf gab es allerfeinsten Rap in Form von 16 grandiosen Stücken, die möglicherweise den endgültigen Durchbruch für Big L hätten bedeuten können. „Ebonics“, „Deadly Combination“ mit Tupac Shakur, „The Heist“ – große Songs, die das Können von Lamont Coleman, so Big Ls bürgerlicher Name, eindrucksvoll unterstreichen konnten und vielen klar machte, dass hier wieder einmal jemand viel zu früh von dieser Erde gehen musste.

Das Potenzial des Big L blieb selbstverständlich auch seinen Kollegen nicht verborgen und so finden sich auf „The Big Picture“ Features von einigen größen New Yorks: Big Daddy Kane, Kool G Rap, Fat Joe, A.G., Sadat X, Guru, OC, die junge Remy Martin und bereits erwähnter Tupac Shakur, der seine Wurzeln, wie man weiß, ebenfalls in New York hat und in Brooklyn geboren wurde.

Somit ist das zweite und letzte offizielle Album des jungen Mannes aus Harlems durchaus als Vermächtnis zu sehen, das der Szene ein letztes Ausrufezeichen des Ausnahmerappers hinterlassen konnte und so gesehen in jeder Sammlung einen Platz finden sollte. Wir gedenken zum kürüzlichen 10. Todestag Lamont Coleman alias Big L, gestorben am 15. Februar 1999 und hoffen, dass seine Musik, wie die seiner berühmten Kollegen, ewig weiterleben wird. Ruhe in Frieden.

Tonex - Unspoken (VÖ: 17.03.)




Sänger und Songwriter Tonex wird Mitte März sein neues Album auf den Markt bringen, welches auf den Namen "Unspoken" hören wird. Es ist bereits sein viertes Album, nachdem die ersten drei Alben allesamt auf Verity Records erschienen, wird "Unspoken" allerdings auf dem Label-Imprint Battery Records erscheinen.

Tonex selbst kann bereits auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken, gerade im Bereich der Gospel-Musik, wo er jahrelang eine Vielzahl an Künstler mit Produktionen bediente. Neben acht Stellar-Awards und zwei GMA-Awards findet sich auch eine Grammy-Nominierung in der Sparte "Best Gospel Album" für sein 2004 veröffentlichtes Album "Out The Box" in seinem CV.

Einen ersten Eindruck kann man sich mit "Blend" verschaffen, welches als Single für das anstehende Album fungiert. Man darf gespannt sein auf "Unspoken".

Stream: Tonex - Blend

Pace Won - Team Won Inc



Die Fugees, Eminem, D12, Redman, Method Man, Kurupt, KRS One – alles große Namen, die jedem Rap-Hörer etwas sagen werden. Dagegen wird der Name Pace Won bei einigen für fragende Gesichter sorgen. Denn auch wenn dieser mit allen genannten Künstlern bereits zusammenarbeiten konnte, er selbst konnte bis heute nicht annähernd dieselben Erfolge feiern. Und das obwohl Pace Won mit reichlich Skills gesegnet ist, die er mit seinem neuen Album „Team Won Inc“ unter Beweis stellen möchte.

Bereits mit 12 Jahren wurde das Interesse von Pace Won auf das Schreiben von Reimen gelegt, Doug E Fresh und Slick Rick dienten als Vorbilder. Und genau wie seine Vorbilder eignete sich Won enorme Fähigkeiten im Reimen an. Oder wie es im Inlay des Albums zu lesen ist „Building up a career didn’t matter as much as my rhyming skills“. So präsentiert sich Pace Won auch heute noch voller Hunger und spuckt versiert wie eh und je seine Reime auf die 18 Tracks.

Schon zu Beginn des Albums legt er auf „Bounce Rock“ richtig los. An der Seite von El Da Sensei wird hier auf gekonnte Art und Weise mit Dschungeltrommeln bestückter Beat beritten bzw. regelrecht auseinandergenommen. Es folgt „The Autobiography“, welches jede Menge Inhalt bereithält, jedoch unter der mangelhaften Aufnahmequalität leidet und somit etwas von seinem Potenzial einbüßt.

Zwei Tracks später packt Chester Copperpot für „Crips, Bloods and Pimps“ dann eine seiner besseren Produktionen aus und sorgt für den zweiten Höhepunkt des Albums. Kurz verschnaufen mit dem klassisch gehaltenen Beat von „Just Rhyming With R“, bevor mit „What’s The Word?“ ein modern monoton vor sich hin stampfender Track auf die Hörer losgelassen wird, der sich erstaunlich gut mit Pace Wons entspanntem Reimstil verträgt, aber ein Wenig mehr Abwechslung im Beatgerüst vertragen hätte.

„Won Time“ macht das Ganze schon besser und dürfte gut informierten Hörer schon seit längerem bekannt sein. Ein ruhiger Beat von Rude 1 und erneut Wons charakteristisches Stimmorgan verleihen dem Track einen zeitlosen Charme. Im weiteren Verlauf der insgesamt 18 Stücke stellt sich jedoch wieder einmal die schwächelnde Qualität der Aufnahmen als Schwäche heraus. Man kann das Ganze als roh und ruff interpretieren, sogar einen gewissen Charme zusprechen, aber im Endeffekt ist es einfach nur störend.

Somit bleibt ein ambitionierter Rapper, der zweifelsohne seine Qualitäten hat, sein Potenzial jedoch weitgehend verschenkt. Sauberere Aufnahmen, ein paar innovativere Beats, die etwas mehr Schwung in die Sache bringen und Pace Won könnte schaffen, was ihm mit „Team Won Inc“ wohl wieder nicht gelingen wird – den Sprung in die verdiente Aufmerksamkeit.

Ashley Walters - With You (ft. Mutya Buena)




“With You” ist die zweite Single aus Asher Ds neuem Album, welches auf den schlichten, seinen bürgerlichen, Namen „Ashley Walters“ hört. Die Single fährt einen prominenten Gast auf, nämlich Mutya Buena, ihres Zeichens eine der drei Gründungsmitglieder der bekannten Sugarbabes. Diese verließ 2005 die Gruppe und startete eine Solokarriere und nun findet man sie auf Asher Ds neuem Album.

Der Song selbst ist ein angenehmes Stück Musik mit einem anfangs leicht seltsam erscheinenden Beat, der jedoch definitiv seinen Charme hat und etwas Innovation mitbringt. Besonders das Piano im Beat steht dem Rest des Songs gut zu Gesicht.

Allemal besser als die ganzen, als Single produzierten, Songs, die irgendwie immer etwas ähnlich klingen. Als Bonus gibt es auf der erworbenen Single den Remix zu „My Girl“ vom letzten Album „In Memory Of The Street Fighter“.

Wie sich das neue Album „Ashley Walters“ schlägt erfahrt ihr auf Resurrection Of Rap in Kürze in Form eines ausführlichen Reviews.

Asher D - In Memory Of The Street Fighter



Wer sich mit Rap aus England beschäftigt bzw. auch mit dem Begriff Garage etwas anfangen kann, der wird wahrscheinlich schon einmal von der So Solid Crew gehört haben, welche einen wichtigen Beitrag zur nationalen Szenerie geleistet hat. Wie es sich für die meisten Crews gehört, haben auch bei So Solid einige Solopläne entworfen und verwirklicht. Mal mit mehr (Lisa Maffias „All Over“ konnte die Top10 knacken), mal mit weniger (Swiss’ „Pain N Muziq“ bekam wenig Aufmerksamkeit) Erfolg.

Auch Asher D konnte sich mit So Solid etablieren, bevor er dann 2004, nachdem das letzte So Solid-Album „2nd Verse“ draußen war, „Street Sibling“ auf den Markt brachte und zwar nicht die Erfolge der Crew-Alben einfahren, dafür aber trotzdem einen ganzen Haufen guter Songs beinhalten konnte. Es folgte im Jahre 2006 „Cure For Cancer“, ein Mixtape, welches auf das anstehende zweite Album „In Memory Of The Street Fighter“ aufmerksam machen sollte, welches im Oktober selbigen Jahres letztlich auch erschien.

Der Titel, wie auch das ganze Album selbst, ist dabei Asher Ds verstorbenem Vater gewidmet. Dementsprechend finden sich auf „In Memory Of The Street Fighter“ einige persönliche, nachdenkliche und melancholische Songs, aber immer noch eine ordentliche Anzahl an klassischen, aggressiv nach vorne gehenden Stücken, wie man sie aus England gewohnt ist (nicht umsonst das Heimatland des Grime).

Den Anfang gibt aber erst einmal ein Intro, das aus einem vorgetragenen Gedicht an den Vater besteht. Ruhig geht es weiter mit dem als Single veröffentlichten „Andrea“, der heimliche Hit des Albums, ein leicht melancholischer Song, der gut ins Ohr geht und als Singleauskopplung durchaus geeignet war. Es folgt „When I Was Young“, ein ebenfalls sehr nachdenkliches Stück, das in der Hook ein Vocalsample von, und jetzt Obacht, Celine Dion („All By Myself“) verwendet. Liest sich etwas obskur, klingt aber sehr gut.

Überhaupt finden sich vor allem im ersten Viertel des Albums langsame Stücke, ehe mit „This Is Real!“ ein echter Banger raus gehauen wird, der mit seinem rohen Beat und dem im Refrain auftretenden JD (nicht Jermaine Dupri) auf Anhieb begeistert. Zwar folgen daraufhin wieder zwei ruhigere Anspielpunkte, dennoch kommen mit „Hit Da Dance Floor“, „I Hear Da Sound“, „Get Up!“ und ganz besonders „New Musik“ weitere Songs der schnelleren oder zumindest lockeren Bauart daher – die anfängliche Ernsthaftigkeit ist verschwunden.

So bietet „In Memory Of The Street Fighter“ im Grunde für jeden Typ Hörer etwas und lässt sich trotz einiger richtig gut nach vorne preschenden Stücken durchaus als persönliches Album bezeichnen.

Quality Rap - eine Feststellung

Ich weiß nicht genau, wie verbreitet der Ausdruck "Quality Rap" ist, denke allerdings, dass auch denen, die diesen Begriff zum ersten Mal hören, sofort klar sein dürfte, was man damit ausdrücken möchte: schlicht und einfach guten Rap. Egal in welches Forum man blickt, wenn es eine Ecke für Rap-Musik gibt, gibt es auch fast immer einen Thread, der sich mit dem sogenannten "Quality Rap" auseinandersetzt. Zwar ist es traurig, wenn es einen separaten Thread bedarf für wirklich guten Rap und ich halte das grundsätzlich für Schwachsinn, aber gut, da gehen die Meinungen eben auseinander.

Blickt man dann in diesen Thread, dann muss man leider nur allzu oft feststellen, dass der Großteil der User, die ihre Meinung zum Besten geben, offensichtlich glauben, die Qualität der Musik definiere sich nach dem Bekanntheitsgrad und/oder dem Erfolg der Künstler und Lieder. Und genau dieses Denken ist es, was mich dann immer dazu bewegt, mir so meine eigenen Gedanken über dieses Thema zu machen. Und wie diese aussieht, könnt ihr nun mitverfolgen:

Erst einmal muss gesagt werden, dass es völlig klar ist, dass bei all der Menge an Musik, die jede Woche auf den Markt kommt, viel Mist dabei ist und vieles davon nicht gerade für gut befunden werden kann. Von mir aus darf man sogar behaupten, dass kaum mehr gute Alben veröffentlicht werden (ich sehe das anders, aber sei es drum). Aber was meine objektive Meinung betrifft, ich kann und will nicht pauschal Musik nach dem Bekanntheitsgrad bewerten.

Der nächste Single-Auskopplung von Rapper XY kann die Charts stürmen und gleichzeitig meinen Geschmack derart gut treffen, dass ich über Wochen hinweg begeistert bin. Ebenso kann das neue Album eines unbekannten Künstlers genügend Gründe auffahren, dass man sich durchaus vorstellen kann, dass es so niemals mit dem Durchbruch klappen wird. Daher halte ich es immer noch für am sinnvollsten, wenn man das Wesentliche für sich sprechen lässt: die Musik. Ob bekannt oder nicht, die Musik muss stimmen und dann ist es mir ehrlich gesagt auch relativ egal, wenn der Tune im TV auf und ab läuft und die jungen Teenies dieses Landes beherrscht, wie die Pest das Mittelalter.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Fiva - Rotwild



Das sehnsüchtige Warten hat endlich ein Ende! Am 20.02. erscheint mit „Rotwild“ das lang ersehnte dritte Album des Münchner Multitalentes Fiva und man ist gespannt. Dabei war Fiva die vergangenen Jahre alle andere als untätig, sie ist Radiomoderatorin (FM4 & on3radio), Buchautorin („Klub Karamell“ – erschienen bei Voland & Quist), Slam Poetin, Labelbetreiberin und natürlich Rapperin – alles in einer Person. Man ist geneigt zu sagen: Fiva macht keinen Rap, beschäftigt sich nicht mit Hip Hop, sie ist Hip Hop.

Was hat sich also getan seit „Kopfhörer“? Eine ganze Menge. Zwar erscheint „Rotwild“ ebenfalls auf Kopfhörer Recordings, dem von ihr mitbegründeten Label, auch liegt nach wie vor ihr Hauptaugenmerk auf Texte, die etwas zu sagen haben und die Liebe zur Musik ist ohnehin ein fester Bestandteil von Fiva, dennoch gab es Änderungen.

Neuer Partner, altes Erfolgsrezept


Statt, wie bei ihren bisherigen Veröffentlichungen, mit DJ Radrum zusammenzuarbeiten, konnte man für ihr neues Album den Linzer Produzenten Flip als Teampartner gewinnen. Dieser ist längst kein Unbekannter mehr und konnte sich bereits mit der österreichischen Rap-Gruppe Texta als Produzent einen Namen machen, so dass er mittlerweile für halb Österreich (und darüber hinaus) produziert. Cuts kommen von DJ Phekt, der ebenfalls kein Neuling ist und sich bspw. durch die FM4 Tribe Vibes beweisen konnte.

Der Musik haben diese personellen Veränderrungen glücklicherweise nichts anhaben können. Versiert wie eh und je bringt Fiva ihre intelligenten und gehaltvollen Texte mit warmer Stimme auf die wunderbaren Soulbeats von Flip. Geschichten aus dem harten Straßenleben sucht man dabei stets vergebens, stattdessen gibt es clever vorgetragene Ansagen der Münchnerin, die nicht nur tadellos anzuhören sind, sondern auch zum Zuhören und Nachdenken anregen.

Mit Blick auf das Wesentliche


Mal wird geschimpft über „Besserwisser, Alleskönner, fehlerlose Moralisten“, wie auf dem Opener „Sowieso Ich“, ein anderes Mal wendet sie sich appellierend an lethargische Frauen im Land, indem sie Zeilen rappt wie „Du bist kein Hello Kitty Mädchen, Du bist Deutschland“ oder „Mitte dreißig, Reihenhaus, Laminat und erstes Kind, also mach mal mit und alle machen mit“. Auf „Goldfisch“ präsentiert sich Fiva dagegen sympathisch, ehrlich und mit einem Schuss von Melancholie, wenn sie sich selbst als Goldfisch sieht, daher nicht im Gold schwimmen muss und somit Kritik ausübt gegenüber einigen Kollegen, die sich mehr fürs Materielle als für das Wesentliche, die Musik, interessieren.

„Rotwild“ ist ein beeindruckendes Album geworden. Die Beats von Flip passen zu Fivas Reimen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, Fiva gehört nach wie vor zum den Besten ihres Fachs und legt mit ihrem dritten Langspieler ein weiteres, durchweg hochwertiges Album, dass unbedingt die Beachtung finden sollte, die es verdient. 13-mal köstlichsten Rap auf Deutsch, wie man ihn stellenweise so schmerzlich vermisst.

Frontlinerz - All About Business



Die Frontlinerz, dass sind Reciver und Jak Frost und unter dem Namen Frontlinerz gibt es stets hochklassigen Rap aus England. Ihr neuestes Werk heißt „All About Business“ und bietet 28 Mal britischen Swagger, wie man ihn sonst nur selten auf die Ohren bekommt. Klar ist dabei, dass die Länge der Tracks stark schwankt, so befinden sich einige Freestyles unter den Stücken, die nur gut eineinhalb Minuten gehen. Solche Geschichten sind freilich nicht jedermanns Sache, aber gut, damit kann man zumindest mehr mit anfangen als mit dem x-ten sinnlosen Skit, auf dem nur Schwachsinn geredet wird.

Was sofort auffällt, dass ist der Hang zu großen, sich aufdrängenden Beats, die sich nur schwer zurückhalten lassen und hier somit nicht nur leise im Hintergrund vor sich hin laufen, sondern sich angenehm aktiv ins Geschehen miteinfügen – zum Glück wurde hier auf größtenteils auf wirklich gute Produktionen gesetzt. Ein gutes Beispiel ist „Stack More Money“, auf welchem Reciver und Jak Frost einen echten Banger von Beat berappen, der kraftvoll und energiegeladen daherkommt. Durchaus ein aussichtsreicher Kandidat für die nächste Playlist bzw. den MP3-Player.

Frost und Reciver selbst rappen mit britischem Akzent, was durchaus als positiv zu werten ist, denn schließlich möchte man ja keinen einfachen Ami-Abklatsch, sondern einen eigenen, britischen Entwurf von Rap. Diesen bekommt man hier und noch mehr. So zeichnet sich besonders Jak Frost durch seinen interessanten Reimstil aus, der im Zusammenspiel mit seinem Stimmorgan durchaus zu überzeugen weiß.

Klar ist natürlich, dass sich unter den 28 Stücken (In- und Outro mitgerechnet) auch ein paar weniger zwingende Stücke befinden und man hier und da mal den Überblick verlieren kann. Soll heißen, dass man die wirklichen Perlen gerne mal aus den Augen verlieren kann bzw. diese gehen unter der Menge an Anspielstationen schlicht unter. Auch sehnt man sich nach so vielen Stücken nach etwas Abwechslung, zwar gibt es einige Features, allerdings können diese, mit Ausnahme von Mavado, dem Ganzen nicht wirklich etwas Neues hinzufügen.

Am Ende ein gutes Stück Musik, welches mit einer gezielteren Auswahl von Stücken jedoch für mehr Freude sorgen würde. Doch auch so kann man dem Ganzen etwas abgewinnen und wird sich unter den zahlreichen Tracks seine Favoriten picken können, welche dann geradewegs in die eigene Playlist wandern.

Die EP

Die Geschichte der EP ist lang, aber mir geht es nicht darum, über die Entstehung des Formates zu schreiben. Vielmehr möchte ich die EP als Format würdigen. Vor allem deshalb, weil mir in letzter Zeit einige EPs in die Hände gekommen sind und ich mir dabei ein paar Gedanken darüber machte. Aber für die, die keine genaue Vorstellung davon haben, was sich hinter einer EP verbirgt hier eine kleine, auf das Nötigste reduzierte, Beschreibung:

Eine EP ist im Grunde genommen ein Mittelweg zwischen einer Single und einem Album. Soll heißen, dass zu viele Lieder enthalten sind, um das Produkt als Single zu verkaufen, aber zu wenige, um es als richtiges Album durchgehen zu lassen. Wobei es keinen offiziellen Standard gibt, wie viele Stücke eine EP mini- bzw. maximal enthalten muss, um als EP durchzugehen.

Nun zum eigentlichen Thema. Was ist toll an der EP und was nicht? Also ich persönlich finde EPs richtig toll. Auf einer EP kann man sich als Künstler so richtig schön austoben und dem Hörer in vergleichsweise kurzer Zeit einen relativ großen Einblick in die eigene Stilrichtung präsentieren. Auf Deutsch: kurz die EP gehört und man weiß in etwa Bescheid in welche Richtung die Musik des Künstlers geht. Bei einfachen Singles ist es ja gerne mal so, dass man sich die besten Stücke eines Albums pickt (so zumindest die Theorie). Und diese sind nicht selten ein ungeeignetes Maß für die Qualitäten eines Künstlers, sei es weil sie sich stilistisch zu sehr von den „üblichen“ Songs unterscheiden, oder aber weil sie, was die Qualität angeht, weit über/unter dem Rest der Stücke stehen. Auf einer EP dagegen finden sich einige Songs, die einen etwas besseren Blick auf das Schaffen des Künstlers erlauben.

Ein Beispiel: Rapper XY veröffentlicht einen Song über Liebe als Single und man kauft sich diese Single, ohne den Künstler wirklich zu kennen. Man findet den Song total toll (oder total schlecht) und kauft sich daraufhin auch das Album. Beim Hören stellt man dann allerdings fest: mit Ausnahme der Single fabriziert der junge Mann nur Battle-Rap und das spricht einen jetzt nun gar nicht an. Auf einer EP dagegen findet sich eine Handvoll Songs und hat die Möglichkeit, sich ein detaillierteres Bild des Rappers zu machen („Gefallen mir auch seine anderen Songs?“).

Ohnehin ließen sich viele Alben, die in den letzten Jahren erschienen sind, locker auch zu EPs reduzieren. Wie oft habe ich schon in Interviews gelesen, dass Künstler über ihre Alben sagen, sie haben von allem etwas, 3-4 Battle-Sachen, ein paar deepe Tracks, was für die Ladies,…, hat man sich dann das Album angehört, konnte man oft genug folgendes denken:

Von den je 4 Tracks einer „Sorte“ ist meist nur einer wirklich gut und wäre noch dazu vollkommen ausreichend gewesen. Gehen wir von 4 „Sorten“ aus, könnte man so ein 16 Tracks umfassendes Album auf 4 Lieder reduzieren und hat am Ende immer noch ein besseres Ergebnis. Das ist in meinen Augen das Potenzial, welches die EP beinhaltet. Natürlich wird das nur allzu oft nicht in dem beschriebenem Maße ausgeschöpft, womit wir zur negativen Seite einer EP kommen.

In Zeiten, in denen man sich schon schwer tut ein reguläres Album mit über 15 Liedern über den Ladentisch zu bringen, sind nur die wenigsten Leute noch bereit, ihr Geld für eine EP auszugeben, auf der z. B. nur 6 Stücke zu finden sind. Den Preis, den man pro Lied zahlt, ist bei einer EP nun mal etwas höher als bei Alben. Das macht die EP nicht gerade zur beliebtesten Wahl dieser Tage.

Vor- und Nachteile hin und her, am Ende muss jeder selber wissen, was er vom Format „EP“ hält. Ich für meinen Teil möchte die EP nicht missen und freue mich nach wie vor über jede, die mir in die Finger gerät.

Fiva & Radrum - Kopfhörer



2006 war ein gutes Jahr für deutschen Rap. Wieso? Weil mit „Kopfhörer“ endlich ein Nachfolger zum vielgelobten „Spiegelschrift“ auf den Markt kam. Erneut stellten Fiva und Radrum etwas auf die Beine, was man nur schwer in Worte fassen kann, ohne nach außen hin übertrieben euphorisch zu wirken. Doch wie oft werden Texte auf Papier geschrieben, die den Stift nicht wert sind, mit dem sie geschrieben wurden, hier dagegen wird lyrisches Gold auf Papier bzw. CD gebracht und für solch eine (wiederholte) Meisterleistung kann man sich nur offen und ehrlich bei den Machern bedanken.

Wie man es von „Spiegelschrift“ bereits kennt und lieben lernte, kommt hier wieder zusammen, was zusammen gehört. Fiva bringt ihre Eindrücke und Geschichten gewohnt gekonnt auf die herrlichen von Radrum in Szene gesetzten Instrumentale und das Ergebnis ist geradezu perfekt. Man brauch sich gar nicht erst die Mühe machen und das Album nach Höhepunkten durchforsten, das ganze Album selbst ist ein einziges Highlight, auch heute noch, im sonst so trüb-grauen Rap-Alltag.

Wer trotzdem ein paar Beispiele haben möchte für die außergewöhnlich gute Musik, der höre sich einmal „Zurück (In Die Zukunft)“, „Rauschgift“, „Unüberhörbar“ oder „Verlorene Zeit“ an. Und wen dabei nicht der Funke überspringen mag, dann sollte man sich einmal ernsthaft Gedanken machen, ob die Geschmacksnerven ein klein wenig eingerostet oder abgestumpft sind. Oder wie Fiva es auf „Unüberhörbar“ auf den Punkt bringt: „Das ist einfach nur Rap DJ MC/Und unüberhörbar gute Musik“.

Mehr Worte bedarf es eigentlich nicht. Ohnehin spricht hier die Musik für sich, also nichts wie los, holt euch auch dieses Schmuckstück im Plattenladen eures Vertrauens und atmet etwas von der Liebe zu Rap, die hier in jedem Vers zu fühlen ist. Hier ist kein Cent verschwendet, sondern gewinnbringend investiert. Unüberhörbar.

Fiva & Mnemonic - Rücken An Rücken EP



München trifft auf Mannheim, Fiva auf Mnemonic und heraus kommt eine grandiose EP, die auf den Namen „Rücken An Rücken“ hört und seit dem Release im Jahre 2005 nichts, aber auch gar nichts, von seiner Qualität verloren hat. Das hier ist Deutschrap auf allerhöchstem Niveau und man möchte sich wünschen, dass es mehr Projekte dieser Art geben würde.

Schon der Opener „Zwei Herzen“ offenbart dem Hörer eindrucksvoll die nahezu perfekte Harmonie, die zwischen dem stimmgewaltigen Mnemonic und der gewohnt versiert auftretenden Fiva herrscht. Zwei Künstler, nein, zwei Charaktere, die sich Rap auf Deutsch verschworen haben und wert legen auf Inhalt, auf Texte, die es wert sind hinzuhören. Und schon damit schaffen die beiden es, sich aus der Masse an Nonsens rappenden Kollegen positiv hervorzuheben, so traurig das auch eigentlich klingen mag.

Nun macht Inhalt alleine die Sache ja noch nicht rund, schließlich ist es auch immer von Vorteil, wenn das Ganze halbwegs flüssig in Form von Reimen auf die Instrumentale gebracht wird. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen und es wird die große Stärke der beiden offensichtlich: Inhalt, sauber, klar, flüssig oder eben einfach gekonnt vorgetragen auf wunderschön von Radrum in Szene gesetzten Beats. Einfach eine Klasse für sich.

Eine klare Kaufempfehlung an alle, die diesen Diamanten noch nicht in ihrer CD-Sammlung stehen haben. Period.

Dienstag, 17. Februar 2009

Mr. Hyde - Chronicles Of The Beast Man



„Chronicles Of The Beast Man“ erscheint auf Psycho+Logical-Records und als Executive Producer wird neben Mr. Hyde selbst Necro angegeben. Somit dürfte bereits klar sein, wohin die Reise geht. Nun ist so ein kleiner Ausflug in die Welt des Grauens, Horros usw. natürlich nicht jedermanns Sache, egal ob in Form von Filmen, oder in Form von Liedern. Von daher lasse ich eine nähere Analyse der Texte einfach mal größtenteils aus, Fans von Mr. Hyde werden sowieso wissen. Daher befassen wir uns dieses Mal mit einer näheren Erläuterung der Musik selbst.

Mit 14 Anspielpunkten ist und nur wenigen Liedern, die die 3 Minuten-Marke überspringen, ist „Chronicles Of The Beast Man“ auf den ersten Blick eine angenehm kompakt gehaltene Sache. Neben erwähntem Necro, der hier auch als Feature in Erscheinung trifft, gibt es außerdem Gastauftritte von Q-Unique, Ill Bill, DJ Eclipse, Slain (La Coka Nostra), sowie Exlib und N.G.P.

Für die Produktionen zeichnet sich in den meisten Fälle Sean Strange verantwortlich, welcher hier wirklich außerordentlich gute Arbeit geleistet hat. Die Beats sind teilweise kleine Bomben, z. B. das hypnotisierende „Shoot To Kill“, welches den Gehörgang gar nicht mehr verlassen möchte. Oder „Corpse Of The Beast Man“, ein hektisches Piano, hier und da ein paar Streicher und schon geht die Sache klar. Die zahlreichen Samples aus (Horror-)Filmen sind ebenfalls eine Erwähnung wert und tragen einen nicht unerheblichen Teil zur Atmosphäre bei, die die Songs verbreiten.

Mr. Hyde selbst macht während der kompletten Laufzeit dabei einen mehr als ordentlichen Eindruck und spittet die Lyrics mit seiner gewohnt aggressiven Art und tiefen Stimmlage gekonnt auf die Instrumentale. Hierbei kann man besonders das von Necro produzierte „Braaains“ hervorheben, welches Necro auch Gast beinhaltet und auf welchem Mr. Hyde einen eindrucksvollen Part abliefert und seine Fähigkeiten präsentiert.

Thematisch verlässt nur ein Song den gewohnten Rahmen ein wenig, „Street Veteran 3“, auf welchem Slaine einen Part beisteuert und welches mit schönem Einsatz von Bläsern überzeugen kann. Ansonsten gibt es den gewohnten Inhalt, den man mag, oder eben nicht. So oder so könnte Mr. Hyde auch über Blumen rappen, aufgrund seines mächtigen Stimmorganes könnte man als Mensch ohne Englischkenntnisse das Ergebnis auch als überaggressiv gerapptes Stück Musik werten.

Alles in allem ein sehr gutes Album, das durchaus seine Reize hat und vor allem durch die gut produzierten Beats überzeugen kann. Und bevor ich es vergesse: als Bonus enthält das Album eine DVD mit Live-Ausschnitten von zwei Konzerten (Los Angeles & New York), sowie ein Interview. Mehr als eine Überlegung wert also.

Exklusiv: Rakaa Iriscience (Dilated Peoples) im Interview



Exklusiv für Resurrection of Rap nahm sich Rakaa Iriscience, seines Zeichens ein Drittel der Dilated Peoples, Zeit, um zwischen den Aufnahmen für sein neues Album ein paar Fragen zu beantworten. Das Interview gibt es im Original, auf Englisch also, um einen unverfälschten Eindruck zu vermitteln.

> So first, how are you?

I'm blessed, thank you. No complaints.

> What can we expect from your upcoming album, when it probably will be finished and how it will be called?


My solo album is called "Crown of Thorns" and it will be out late
Summer/Fall 2009... I am working to finish it now. It will change some
things! Hahahaaa!

> Can you tell us a few details about the album? Who will be appearing as a guest and/or producer? What makes the album special?


So far, Babu, Evidence, The Alchemist, and Da Beatminerz have
contributed to it, but there is still a lot of work to do as well as a
few surprises. I think what makes it special is that it captures what
I feel to be the essence of Hip Hop culture, not just what we now call
Rap music over what we cal Hip Hop beats. The music of Hip Hop is an
ever evolving blend of funk, disco, salsa, rock, soul, jazz, reggae,
blues, etc., just focused in a way that speaks to and for the streets.
My album represents that.

> Do you think your Dilated Peoples-Background is an advantage? Or would you say it makes it quite harder to work on the album because everyone expects a Dilated Peoples-Sound-alike album?

It is a mixed blessing. Those that want 1/3 of the Dilated sound
because I am 1/3 of the group may be a bit confused on their way to
enlightenment. However, those that truly understand and appreciate
what Dilated has been saying and doing these years will see the clear
connection. I like adventure and experimentation in the arts, and when
you go back and look at my solo contributions to the Dilated projects
you will see that "Crown of Thorns" isn't such a radical departure. It
is actually a key to put everything else I have done in better
context.

> What are your personal interests and objectives for the upcoming release?


My personal interests include travel, family business, Gracie
(Brazilian) Jiu Jitsu, and reading as much as I can. As for objectives
for the upcoming release, I would just say that I want to see it reach
its potential. I would love to sell a billion records doing it my way,
but doing it my way is more important than sales for me as everything
I do is part of my legacy. At the end of the day, I want the project
to inspire and entertain as many people as possible.

> Last question: What would you say, how many percent of working on the album is fun and how many percent is business?

It honestly depends on the session, the song, and the circumstances. I
feel that it is business, so I focus, hustle, and grind accordingly. I
also love what I do for a living, so it is a pleasure to wake up
everyday and "go to work". I love my job.

> Any last words to the readers of the interview?


Yes... Evidence has The Weatherman LP and The Layover EP in stores
now. Babu has Duck Season 3 in stores now. Stay tuned for Crown of
Thorns because it is on the stove as we speak. Also, be on the lookout
for new Dilated material to start bubbling soon too, as we have just
started to listen to beats for a new LP. Also, to everyone reading
this: I appreciate the international love and support, and I
appreciate the business, but PLEASE support your local Hip Hop scene!
Stop hating and support your own!!!

> Thank you for taking the time to answer these questions.

My pleasure. Peace and blessings to you and yours.

Dilated Peoples - Expansion Team



„Expansion Team“ wurde 2001 als zweites Album („Imagery, Battle Hymns & Political Poetry“ mal nicht mitgezählt) der rund um den Globus bekannten Gruppe Dilated Peoples auf den Markt geworfen und schaffte damit nach „The Platform“ ein weiteres Schmankerl für jeden geschmackssicheren Rap-Hörer.

Für alle, die den Namen Dilated Peoples zum ersten Mal hören (dürften nicht viele sein), eine kleine Information: die Dilated Peoples sind eine Rap-Gruppe Baujahr 1992 und stammen aus der Stadt der Engel, Los Angeles. Die Gruppe besteht aus Evidence, welcher als Rapper und Produzent in Erscheinung tritt, Rakaa Iriscience, welcher neben Evidence ebenfalls fürs Rappen zuständig ist und DJ Babu, der die Cuts beisteuert, sowie gerne auch mal selbst Beats für die Gruppe bastelt. Das muss erst einmal reichen, für alles andere gibt es ja den bunten Hahn.

Das zweite Album also, nachdem „The Platform“ bereits äußerst positiv aufgenommen wurde, sowohl die Masse als auch Kritiker lobten den simplen, aber ungemein ansprechenden Ansatz, mit welchem die Kalifornier ihre Musik auf die Beine stellen. Eine schwierige Situation und Herausforderung also, an welcher schon so manch vielversprechende Karriere scheiterte, oft genug folgte auf das überwältigende Debüt der Absturz und von Release zu Release rückt das mit dem Debüt dargebotene Niveau in immer weitere Ferne.

Bei den Dilated Peoples war dem nicht so. Man nutze seine Kontakte und konnte für die Produktionen so namhafte Personen wie DJ Premier, Da Beatminerz, oder etwa The Alchemist für sich gewinnen. Dabei sollte vor allem Letztgenannter für einen der größten Songs, wenn nicht gar der Größte überhaupt, des Albums sorgen, welcher nicht unerheblichen Einfluss auf die weitere Karriere der Jungs (und natürlich Alchemists eigene Karriere als Produzent) hatte.

Ein munter vor sich hin schaukelnder Beat, ein geeignetes Sample (William Bell’s „I Forgot To Be Your Lover“) und schon hat man einen wahren Ohrwurm geschaffen, der mit den Beiträgen von Rakaa und Evidence noch den letzten Schliff bekam und bis heute ein Musterbeispiel für guten Rap ist, der gleichzeitig klassisch (Cuts, Sampling) und dabei trotzdem medienfreundlich, um nicht zu sagen radiotauglich daher kommt.

Aber auch die restlichen Songs können sich sehen bzw. hören lassen. „Clockwork“ beispielsweise, ein harter Beat aus der Meisterhand DJ Premiers, Cuts vom selbigen und Babu, fertig ist die passende Unterlage für Evidence und Rakaa. Es folgen weitere hochkarätige Stücke, die nichts vermissen lassen und selten um ein Sample verlegen sind.

Herauszuheben ist noch „War“, ein von ?uestlove (The Roots) aufs Minimum reduzierter „Beat“ (eigentlich die falsche Bezeichnung, mehr als militärisches Getrommel ist nicht zu hören) und Rakaa, der in eineinhalb Minuten seine Gedanken zum Thema „War“ auf Papier bzw. Platte bringt. Und was der Mann zu sagen hat ist durchaus interessant, also hinhören und nicht gleich weiterskippen.

Nach den insgesamt 16 Stücken ist man dann durch und hat das Gefühl, dass hier wieder einmal alles richtig gemacht wurde. Somit kann man „Expansion Team“ durchaus auf einem ähnlich hohen Status heben, wie man es bei „The Platform“ bereits tat. Herausforderung gemeistert, Hürde genommen, weiter machen meine Herren.

Da Fource - Überlegen



Berlin im Jahre 2001, Timo und Charnell bringen unter dem Namen Da Fource „Überlegen“ auf den Markt. Auf 13 Liedern (dazu kommen noch 5 Skits) gibt es hier harte Battlereime der Berliner Schule zu hören, die auch noch Jahre nach Veröffentlichung gut ins Ohr gehen und Freude bereiten. Zuvor konnte Da Fource, 1997 gegründet, bereits mit „Komm auf den Punkt“ und Featurebeiträgen von Meli und Afrob, welcher auch fürs Produzieren zuständig war.

2001 dann also „Überlegen“ und wieder hatte Afrob seine Finger im Spiel, wenn auch nur als Produzent und auch das nur auf einem Track, „Leute die weit rufen“. Dazu gibt es Features von Frankfurts Charakterstimme D-Flame, Hamburgs Finest Samy Deluxe, Bektas, Bintia, GBZler Dean Dawson und noch mehr. Soviel zu den Gegebenheiten, die man der Platte schon vor dem ersten Hören ansieht.

Das Album selbst startet mit einem drei minütigen Intro, dass mit hektischem Pianoanschlägen die Grundlage bietet für die schnell gespuckten Reime der beiden Afrodeutschen. Ähnlich geht es auch auf den folgenden Tracks zu. Stücke wie „Es gibt kein Vergleich“, „Kaltes Feuer“ oder „Wir leben unsere Zeilen (ft. Plattenpapzt)“ geben einen Eindruck davon, was sich hinter dem Namen Da Fource versteckt.

„Das Thema“ bringt dann Samy Deluxe ins Spiel, der hier mal wieder seine Skills am Mic zeigt und Da Fource hier und da durchaus etwas alt aussehen lässt. Allerdings ist das nicht weiter verwunderlich, denn Timo und Charnell sind, bei aller Härte, immer auch darauf bedacht, etwas zu erzählen. Selbiges Resümee kann man nach „Die Last der Jahre (ft. Bintia & Bektas)“ und „Durch die Straßen (ft. Dean Dawson)“ ziehen. Das sich die Gäste hier mit Ausschussreimen begnügten lässt sich wahrlich nicht behaupten, hier wird auf höchstem Niveau ins Mic gespuckt.

Produktionstechnisch geht es auf „Überlegen“ überwiegend eintönig zur Sache, was aber keinesfalls bedeuten soll, dass die Beats schlecht seien. Nur bilden kräftige Bläser stets die Grundlage für die meist ordentlich schnell gehaltenen Beats und lassen nur selten Platz zum Luftholen, wie etwa auf bereits erwähntem „Die Last der Jahre“, wo leicht orientalische Klänge den Beat bereichern.

Zwar kein Must-Have, aber wer Freude hat an Battleraps der besseren Machart und dazu noch ein Freund von dicken Bläserbeats ist, der kann hier durchaus einige Durchläufe wagen und es sich letztlich in die heimische CD-Sammlung stellen.

DJ Stylewarz - The Cut



Es gibt viele DJs in Deutschland, inzwischen sogar einige richtig gute, doch nur wenige richtige Urgesteine. Stylewarz ist auf jeden Fall ein absolutes Urgestein, kaum ein DJ kann auf eine so lange aktive Zeit zurückblicken wie der Ostfriese aus Bremerhaven. Logisch also, dass sich Stylewarz deshalb niemandem mehr beweisen muss, seine Qualitäten als Plattendreher sind wohl bekannt, nicht nur in Deutschland.

Doch trotz der unbestreitbaren Skills an den Dreher musste man lange auf ein Soloalbum von ihm warten, erst im Jahre 2002 war es dann so weit, mit „The Cut“ erschien endlich ein eigener Release in Albumlänge. Und schon der Blick auf die Tracklist lässt einiges hoffen, stehen dort doch so bekannte Namen wie Eißfeldt, Toni L, Torch, D-Flame, Spax und Deutschlands Beste, Fiva auf der Feature-Liste.

Den Anfang macht dabei ein astreines Scratch-Instrumental, dass einem gleich ins Bewusstsein ruft, dass hier ein DJ am Werke ist, der sein Handwerk versteht. Es folgt mit „Stylewarz 2002“ eine angenehm nach vorne gehende Hymne an den Hauptcharakter selbst, bei der auch Stylewarz selbst wieder einige Scratches unterbringen kann und so den Song veredelt.

Anschließend kommt wieder eines der Scratch-Instrumentale daher, welche sich hier und da unter die „richtigen“ Songs gemischt haben – tausend Mal besser als Skits und ungemein unterhaltsamer wenn man mich fragt. Es folgen weitere 12 Anspielpunkte, auf denen unter anderem Eißfeldt und David P ihren Größten berappen. Klingt stark nach unsympathischer Ego-Abfahrt und übertriebener Selbstdarstellung, aber wer Eißfeldt kennt, der wird wissen, dass hier auch der nötige Schuss Humor vorhanden ist, der das Ganze wieder sympathisch macht.

Der zweite Teil von „Heiß wie Feuer“, auf welchem Torch und D-Flame das Mikrophon zum Glühen bringen stellt dann einen der absoluten Höhepunkte des Albums dar. Nicht umsonst wurde dieses Geschoss zur Single auserkoren. Harte Gitarrenklänge, D-Flame mit seiner einzigartigen Stimme und Torch in Bestform machen diesen Track zu einem echten Erlebnis.

Kopfnicker-Raps gibt es dann von Spax und Blade auf dem böse daherkommenden „Love Rap / Fuck Rap“. Hier fliegen einem die Reime nur so um die Ohren und man wünscht sich, Spax würde mal wieder ein Album raushauen und den Markt wieder mal mit seinem Können am Mic bereichern. Zum Ende hin begeistert dann Fiva noch mit „Meine Schrift“, auf welchem es erneut Futter für die Köpfe gibt – eine Klasse für sich.

Alles in allem ein gutes Album, dass vor allem durch die Scratch-Instrumentals für Abwechslung sorgt und einige wirklich gute Songs zu bieten hat, die man mindestens einmal gehört haben sollte.

Shaya - Open Up (ft. Eyezon)



Kaum ist Valentinstag überstanden, beschert uns Shaya mit "Open Up" einen zuckersüßen Song voll mit allerhand Sweet-Talk und einem angenehm souligen Beat. Und das Shaya kein Neuling ist, hört man diesem schicken Stück Musik deutlich an. Wer nähere Informationen über Shaya möchte, der schaue doch mal hier vorbei.

Shaya - Open Up (ft. Eyezon)

Shaya - It's Like That (Prod. by 9th Wonder)

Shaya - Fall Back (ft. Jake One)

Onyx - Bacdafucup Part II



„Bacdafucup“, das erste Album der drei Glatzköpfe aus Queens, erschien 1993 und verkaufte sich sagenhafte 2 Millionen mal, allein die Singleauskopplung „Slam“ fand über 1 Millionen den Weg über die Ladentheke und brachte Onyx eindrucksvoll auf die Schirme der Rap-Freunde dieser Welt. 9 Jahre und zwei Alben später, die beide nicht mehr an die Erfolge vom Debüt anknüpfen konnte, erschien also „Bacdafucup Part 2“ und man war gespannt, ob man damit wieder an die alten Erfolge anknüpfen und den bewährt ruffen Stil beibehalten konnte.

Ein erster Blick auf das fertige Produkt ließ zumindest einiges hoffen, 12 mal Onyx, zwar nicht gerade bis oben hin vollgepackt, doch schon seit jeher bewährt sich im Musikbusiness „Qualität statt Quantität“ und mal ehrlich, nach 12 Runden Gebrülle hat man sich dann auch eine Pause redlich verdient. Zumindest bis es einem wieder nach Hardcore-Rap allererster Güte durstet, denn dann führt erneut kein Weg an Onyx vorbei.

Die schlimmste Befürchtung, dass Onyx etwas von ihrem klassischen Sound verloren hätten, ist zur Freude der Fans nicht eingetreten. Auch wenn zwischen „Shut `Em Down“ und „Bacdafucup Part II“ gut 4 Jahre ins Land gestrichen sind, nach wie vor wird böse und vor allem aggressiv ins Mic gereimt, dass selbst die 300 Mann aus Sparta ihre Phalanx geöffnet hätten, um Sticky Fingaz, Fredro Starr und Sonsee Durchlass zu gewähren.

Dennoch finden sich unter den 12 Stücken auch weniger harte Anspielpunkte, wie etwa „Gangsta“, dass mit einer ordentlichen Portion RnB in der Hook um die Auserwählte handelt, ein Song über die Liebe quasi, so seltsam sich das für Onyx anhören mag. Auch „Feel Me“ verbreitet ruhigere Stimmung und das nicht nur durch die Behauptung am Anfang des Liedes, es sei am 11. September 2001 aufgenommen worden.

Am Ende überwiegt natürlich nichtsdestotrotz die Anzahl an klassischen Onyx-Tracks, zu welchen auch „Slam Harder“, das Nachfolgemodell zur Erfolgssingle „Slam“, gehört. Zwar kam „Slam Harder“ nicht ganz an den Erfolg von „Slam“ heran, dennoch gab es einige Rotation auf den Radiostationen deines Vertrauens. Nicht zuletzt dank dem „Welcome Back“-Sample, welches dem Onyx-Sympathisanten förmlich aus der Seele sprach und eindrucksvoll die Rückkehr der „Bald-Hedz“.

„Aiyyo, who slam harder? Onyx or Vince Carter? – Onyx!” Damit wäre dann auch eigentlich alles gesagt.

Montag, 16. Februar 2009

Olli Banjo - Erste Hilfe



Olli Banjo, Olli Rambo, Olli Balboa, ganz gleich wie man ihn auch nennen mag, Olli banjo ist völlig verrückt (im positiven Sinne natürlich) und jeder, der sich auch nur ein wenig mit Deutschrap beschäftigt, wird dies bestätigen können. Sein erstes Album „Erste Hilfe“, welches 2003 in die Läden kam, kann dabei als Startschuss von Banjos Karriere gesehen werden, wenngleich seine Anfänge eigentlich viel weiter zurück liegen.

Doch erst mit „Erste Hilfe“ bzw. der daraus entnommenen Single „Dein Arsch“ gelang ihm endgültig der Durchbruch in Richtung Rapelite. Schon damals stand das Konzept, an welchem sich bis heute wenig geändert hat. Roe Beardie produziert die Beats und Herr B-b-b-banjo zerlegt diese Fachgerecht mit den derbsten Geschichten, die man im Deutschen Rapbusiness so zu hören bekommt.

Egal ob „Amok“, „Gefährliches Halbwissen (ft. Illuminati) oder „Scheisse & Pervers“, Olli Banjo versteht es, herrlich abstruse Geschichten zu erzählen, die nicht selten auch einen Hauch Perversionen zum Vorschein kommen lassen. Den Höhepunkt erreicht das Ganze dann in dem grandios eingerappten Song „Pornostar“, der bei so manch prüden Hörern zwar nur Kopfschütteln hervorrufen wird, dem geneigtem Rap-Head jedoch allen Grund zum lächeln gibt. „Ich hab leider keine Rose Schatz, aber kuck mal was ich in der Hose hab“ – Banjo-Style halt.

Die Technik war dabei schon damals unverkennbar und zeigte sich nicht nur auf der Single „Dein Arsch“, welcher, große Überraschung, um das Hinterteil des weiblichen Geschlechts handelt, sondern auch auf dem ebenfalls als Single veröffentlichen „Deutschland“, welches in eine völlig andere Richtung schlägt.

Features finden sich auf den 22 Liedern nur wenige, so kommen lediglich Curse, Illuminati und Schivv auf einen kurzen Besuch in die Welt des Olli Banjo vorbei. Mehr brauch es auch gar nicht, kann Banjo selbst doch schon mehr als ausreichend unterhalten und begeistern.

„Erste Hilfe“ ist ein kleiner Klassiker wenn man so will und für jeden Banjo-Fan unverzichtbar, denn hier finden sich prägende Stücke, die existenzgebend für das waren, was heute unter der Hausmarke „Olli Banjo“ läuft, nämlich großes Kino, eine Sex-Komödie wider willen wenn man so mag, technisch brillant umgesetzt. Wie es bereits auf dem Cover und der CD in Form eines leicht abgeänderten „Parental Advisory“ zu lesen ist:

„Bei schwer akutem Rapfrust mehrmals täglich einnehmen“

Produzent und Emcee Kero One mit neuem Album „Early Believers“



Was für eine freudige Nachricht! Der aus der Bay Area stammende Produzent und Rapper Kero One hat für Anfang April ein neues Album angekündigt, welches auf den Namen „Early Believers“ hört und nach dem Debüt „Windmills Of The Soul“ bereits das zweite Album des kreativen Kopfes ist.

Bereits das Erstlingswerk konnte dabei mit seinem angenehm sanften und, wie es der Titel verrät, vom Soul geprägten Klängen nicht nur die Hörer und Kritiker dieser Welt begeistern, sonder schaffte es damit auch bis ganz nach oben in die mittlerweile immer wichtiger werdenden Charts von iTunes.

Mit „Early Believers“ möchte Kero One nun den nächsten Zug machen und erneut einen angenehm ins Ohr gehenden Entwurf von Rap-Musik abliefern, wie er auch im Zeitalter Auto-Tune immer noch gerne gehört und vor allem auch gebraucht wird. Als Gäste werden dabei unter anderem der aus Finnland stammende Tuomo (gefeiert als moderner, finnischer Stevie Wonder) und der aus Portland kommende Ohmega Watts in Erscheinung treten.

Und wer immer noch nicht überzeugt sein sollte, der richte seine Ohren bitte einmal auf „Welcome To The Bay“, welches bereits jetzt zum Anhören bereitsteht und zeigt wohin die musikalische Reise geht. Große Klasse wenn man mich fragt und schon jetzt ein Grund, sich den 7. April (voraussichtliches Releasedate) rot im Kalender zu markieren. Vorbestellen.

T.Wonder - Alle Wege Führen Nach Oben



Denkt man an Rap aus Dresden, dann fällt einem erst einmal nicht viel ein. Denn auch wenn es sich bei Dresden um die Landeshauptstadt Sachsens handelt, was Rap angeht wurde Dresden bislang wenig bis gar nicht beachtet. Um an diesem Zustand etwas zu ändern, veröffentlichte der Dresdner Rapper und Produzent T.Wonder über das Label New Def letztes Jahr sein Album „Alle Wege Führen Nach Oben“. Ob dieses Vorhaben gelungen ist und was man von dieser Veröffentlichung erwarten kann, wird sich im Laufe dieses Artikels zeigen.

Schon das Intro gibt dabei die Marschrichtung vor, hier wird nicht etwa versucht ein weiteres, größtenteils falsches Image aufzubauen, stattdessen möchte man sich an das halten was echt , was wahr ist. Oder um es mit den Worten T.Wonders zu sagen: Das ist die Wahrheit auf CD.

Was darauf folgt sind 13 Stücke (inklusive einem Outro) voll mit Geschichten und Erzählungen, wie man sie sonst bei so manch anderem Album schmerzlich vermisst. Schon der erste Song nach dem Intro, „Diese Tage“, ist ein perfektes Beispiel dafür – nachdenklich, melancholisch und nicht ohne Selbstreflektion, das Ganze verteilt auf 3 Minuten Länge.

Doch es muss nicht immer melancholisch sein, das zeigt der Liebessong „Plattenbau“, welcher sich ausnahmsweise mal nicht an eine Dame richtet, sondern an den heimischen Plattenbau. Hier steht jemand zu seiner Heimat und widmet ihr einen ganzen Song. Auf jeden Fall mal etwas anderes und eine sehr schöne Idee.

Ein weiterer erwähnenswerter Song ist die „Jay Woba Geschichte“. Hier gibt es gehaltvolle Battleraps auf sehr hohem Niveau und einen vor sich hindonnernden Beat, eine runde Sache also. Zu „Kartoffelland“ findet sich dann Labelkollege Dra Q ein, der mit seiner charakteristischen Stimme für Abwechslung sorgt und zusammen mit Wonder über Deutschland philosophiert.

Alles in allem kann sagen, dass man es hier mit einem durchaus gutem Album zutun hat, dass durchaus Lust auf mehr macht. Dies liegt nicht zuletzt an T.Wonders Beats, welche durchweg hohes Niveau haben. Dass trotzdem noch etwas Luft nach oben ist, kann man durchaus positiv sehen, denn so kann man gespannt sein, wie sich T.Wonder noch weiterentwickeln wird. Einen ersten Achtungserfolg konnte er aber bereits verbuchen, für sich und für Dresen.

Sonntag, 15. Februar 2009

Denyo 77 - Minidisco



Denyo 77, oder einfach nur Denyo, besser bekannt als Teil der (Absoluten) Beginner, brachte 2001 dieses Schmuckstück auf den deutschen Markt. „Minidisco“ konnte dabei nicht nur mit einem grandiosen Cover begeistern, sondern auch mit ansprechender Musik, mal locker und spaßig, mal ernsthaft und kritisch, aber stets unterhaltend und hörenswert.

Das „Mini Intro“ gibt den Startschuss für das mit 11 Liedern angenehm kurz gehaltene Vergnügen und geht mit locker vor sich hin schwingendem Beat von Anfang an gut ins Ohr und Bein, während Peta Devlin mit ihrer souligen Stimme das Instrumental besingt, nur unterbrochen von Denyos Refrain, welcher dann nach gut 3 Minuten die Sache beendet. Super Anfang.

Mit „Single Sells“ folgt schon einer der Tracks, die ein ernstes Thema behandeln und zwar geht es um das ungeliebte Prädikat „Kommerz“ und die Entwicklung der Rap-Szenerie an sich. Mixwell steuert die Cuts bei und fertig ist die Sache. Anschließend ein inoffizieller Beginner-Track (Eißfeldt als Feature, Mad an den Cuts) und wir sind auf den besten Weg zur höchsten Ekstase.

„LaLaLa“ stellt kurz mal eben klar worum es eigentlich geht bzw. gehen sollte, nämlich um die Musik. Wer brauch da schon einen außergewöhnlichen Titel, es zählt der eh nur der Song selbst, oder? Im Falle von Denyo auf jeden Fall – mit erneuten Cuts von Mixwell eine schön treibende Angelegenheit.

Treibend geht es weiter nach „Deutschland“ – ein durchaus kritischer Song, der Inhalt ansprechend verpackt in einem von Hörnern begleiteten Instrumental, für welches sich Denyo selbst verantwortlich zeichnet. „Ich will kein auf die Rente-warten-Leben / Mit Reihenhaus und 10 Quadratmeter Garten Eden“ – kann man verstehen.

Ein weiteres Highlight ist „Nazi, Nazi“ mit Kollege Paolo 77. Denyo (selbst Afrodeutscher) schlüpft dabei in die Rolle eines ausländerfeindlichen Kerls und Paolo 77 (seinerseits italienische Wurzeln) stellt sich dem entgegen. Es folgt eine in Reimen gepackte Unterhaltung, die am Ende dennoch in einer Auseinandersetzung endet.

Die restlichen 5 Tracks (inklusive Gatsparts von Illo 77, Das Bo und D-Flame) stehen der Qualität der erwähnten Tracks in nichts nach und runden das kompakt gehaltene Album ab. Hier wurde ganz klar auf Qualität gesetzt und nicht, wie sonst üblich, auf Quantität. Dieser Einstellung ist es zu verdanken, dass „Minidisco“ ein echter Klassiker im Deutschrap geworden ist – leider ohne die verdiente Aufmerksamkeit.

Dennoch sollte dieses Album in keiner Deutschrap-Sammlung fehlen. Schon alleine aufgrund des netten Covers.